Im Panel „Refugee Dispersal Policies: Balancing Administrative Efficiency, Spatial Justice and Individual Rights“ stellte das Team das Match’In-Projekt erneut einem internationalen Fachpublikum vor. In der sich anschließenden Fragerunde wurde unter anderem über die Evaluation der ersten Projektphase und die Übernahme von Match’In in das Regelsystem diskutiert.
Die Präsentation des Match’In-Projekts reihte sich als praxisorientiertes Vorhaben in eine breitere Diskussion über verschiedene Praktiken der Verteilung geflüchteter Menschen in der EU ein: Weitere Beiträge des Panels kamen von Walter Bartl (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), der eine gemeinsam mit Philipp Lutz (Universität Genf/Universität Amsterdam) erstellte, vergleichende Studie vorstellte, die die Verteilpraktiken verschiedener EU-Mitgliedstaaten in den Blick nimmt. Jonas Wiedner präsentierte Ergebnisse einer Meta-Studie zu Effekten von Orten auf die Integration von Geflüchteten und Marta Pachocka (SGH Warsaw School of Economics/Universität Warschau) gab einen Einblick in unterschiedliche, teils unbeabsichtigte Verteilungspraktiken in Polen und deren Effekte.
Darüber hinaus beteiligte sich Deniz Nergiz aus dem Match’In-Team an einem Roundtable zur Rolle der Fluchtforschung in Zeiten der Entsolidarisierung. Gemeinsam mit Judith Vey (Universität Bremen), Lisa Johnson (Forschungszentrum Migration, Integration, Asyl), Hannes Schammann (Universität Hildesheim) und Annette Korntheuer (Hochschule München) diskutierte sie, welche Formen von Engagement in der Fluchtforschung möglich, notwendig oder auch problematisch sind und welche Chancen, Risiken und Fallstricke mit engagierter Wissenschaft verbunden sind.
Für Match’In sind diese Fragen besonders relevant: Als praxisorientiertes Forschungsprojekt bewegt sich das Vorhaben an der Schnittstelle von Wissenschaft, Verwaltung und Praxis und steht damit selbst vor der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Veränderungen übersetzt werden können.
Foto: Katharina Euler